Nach einer 2 tägigen, teils langweiligen, teils landschaftlich wunderschönen Mekong Bootsfahrt von der thailändisch/laotischen grenze richtung mittleres Laos, und einem anschliessenden 5 tägigen aufenthalt in der französisch-kolonialistisch geprägten Provinzstadt Luang Prabang, bin ich seit gestern in Phonsavan angekommen. Dieser heutzutage sehr hässliche Ort ist bekannt als der wahrscheinlich am meisten und heftigsten bombardierte Ort des Indochina Krieges 1964-1973.
Was damals abgegangen ist, und wie die Einheimischen mit den bis heute überall verstreuten Blindgängern umgehen, sieht man sehr schön in diesem kurzen Youtube Beitrag:
Obwohl das ganze sehr erschreckend ist, sieht man auch viel Kreativität im Umgang mit dem verteilten “Rohmaterial”. So werden aus dem Metall der Kriegsmittel Gabeln hergestellt, und auch in allen Cafés im Ort findet man die ein oder andere Bombe oder Munitionsbehälter, die zur Dekoration dienen.
Die englische NGO “MAG” befindet sich vor Ort und versucht die Gebiete nach und nach zu säubern, doch es heisst bei der momentanen Geschwindigkeit dürfte es sich immernoch um 100 Jahre handeln bis so gut wie alles beseitigt ist.
… Ebenfalls in dieser Gegend verteilt sind die so genannten “Plain of Jars” – über mehrere Hügel verteilte 2000 Jahre alte Ton- bzw. Steintöpfe, deren Ursprung, sowie Urheber, unbekannt sind. Archäologen sind sich nicht sicher, und doch gibt es einige Mythen.
Mehr dazu hier: KLICK MICH
Ich hab Ebene 3 und 1 heute mit dem Motorrad angefahren und mich ein wenig verzaubern lassen. Viel verzaubernder war allerdings, trotz scheisswetter (was bei manualschaltungs-motorrad und schlamm-/schotterpisten echt hinderlich ist), die freundlichkeit der kinder und anderer bewohner der Dörfer, die ich auf dem Weg dorthin durchkeuzte. Endlich (endlich!) gibt es wieder unbefangene, neugierige, positive Resonanz auf einen einsamen Weissen, der den Alltag durchquert. Das hatte ich in Thailand so sehr vermisst.
Alles in allem sehr interessant… und allemal informativer als mit zugedröhnten Partybackpackern nen fluss runter zu “tuben”, wie es im benachbarten Vang Vieng der Fall ist. Obwohl ich diesen Ort egtl vermeiden möchte, denke ich trotzdem darüber nach mich evtl morgen dorthin treiben (Nachtbus, man muss ja Geld sparen!) zu lassen, und mich erst danach nach Vientiane zu begeben. Dort soll laut Internet in den nächsten Tagen das “Bun Bang Fai – Rocket Festival” (wer die selbstgebaute Rakete am höchsten schiesst gewinnt, so oder so ähnlich) stattfinden. Allerdings höre ich aus anderen Quellen, dass das schon gewesen sein soll. Soweit ich mehr weiss, kann ich meine Entscheidung fällen.
Ansonsten allet tutti…














